Kirche im SWR: 3 vor 8 – die Botschaft Jesu und die Menschen und „Götter“ der römischen Reiches

Quelle: kirche-im-swr.de/beitraege/?sendung=1

Auszug:

„Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Das schreibt der Apostel Paulus in der Bibel – in einem seiner Briefe, von dem heute in vielen evangelischen Gottesdiensten zu hören sein wird. Ich schäme mich des Evangeliums nicht, also nicht für die Botschaft von Jesus Christus, sagt Paulus. Da fragt man sich: Wie kommt er denn auch auf so was?

Er kommt darauf, weil er tatsächlich ausgelacht worden sein dürfte. Paulus war ja auf Reisen von Ort zu Ort und hat in öffentlichen Vorträgen vom Evangelium von Jesus Christus gesprochen. Und was die Leute da zu hören bekommen haben – die meisten davon waren brave Bürger des römischen Reiches –das war so neu und so ungewohnt – das fanden sie einfach nur zum Lachen! Gott sei ein Mensch geworden. Ein Handwerker irgendwo in der römischen Provinz sei er gewesen. Und der Gipfel: Der Gottessohn sei verhaftet und wie ein gewöhnlicher Krimineller am Kreuz hingerichtet worden. Gott – ein Schwächling. Eine Witzfigur, und die sollten sie jetzt anbeten – anstelle des mächtigen römischen Göttervaters Jupiter, der starken Diana oder anstelle von Neptun, der die Meere beherrscht. So mancher, der Paulus gehört hat, dürfte gedacht haben: „Das ist für Juden vielleicht in Ordnung. Aber wenn ich so was glauben würde – ich müsste mich ja schämen vor meinen Nachbarn…“

Paulus schämt sich nicht. Er sagt: Das Evangelium von Jesus Christus ist eine Kraft von Gott, die alle selig macht, die daran glauben. Ja, Jesus ist ganz anders als die glanzvollen römischen Götter. Aber dafür ist er viel näher dran an den Sorgen und Problemen der ganz normalen Leute. Und Jesus erlebt am eigenen Leib die Gewalt und den Hass, zu dem die Menschen fähig sind. Er überwindet den Hass und am Ende sogar den Tod. Die Begegnung mit so einem Gott ist neu – da macht es auch keinen Unterschied, ob man römischer Bürger ist oder Jude, wie Jesus und Paulus selbst.  Das ist für alle ungewohnt und scheinbar zum Lachen. Und heute ist es das immer noch, wie damals zu Paulus`s Zeiten.

Aber – damals wie heute – ist es kein Grund, sich zu schämen. An Gott glauben, der seine Macht nicht ausspielt, sondern sich in die Menge der normalen Menschen stürzt, sich von Betrügern zum Essen einladen lässt, Eltern beisteht, die Angst um ihre kranken Kinder haben, der in den Krankenhäusern ebenso zu finden ist wie in der Wissenschaft und der Politik – das ist eine Gotteskraft, die das Leben verändert.

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